Gedicht ist die unbesoldete Arbeit des
Geistes, der Fonds perdu, eine Art Aktion
am Sandsack: einseitig, ergebnislos und
ohne Partner: evoë!
Gottfried Benn 1926
Dieser Lyrikband enthält 319 bisher bekanntgewordene Gedichte Herbert Fritsches (1911–1960); sie sind alphabetisch nach Gedichttiteln geordnet, so dass sich ein Inhaltsverzeichnis erübrigt. Folgenden Persönlichkeiten, die bei der Sammlung wesentlich beteiligt waren, sei hierfür besonders herzlich gedankt:
Regierungsrat Ing. Lambert Binder, Wien
Helmut Klepzig, Überlingen am Bodensee
Für denjenigen, der Dichtung wissenschaftlich betrachtet wissen will, sei kurz zusammengefasst, was an einigen literaturhistorischen Seminaren bisher gelehrt wurde:
Mir scheinen diese Ergebnisse verstandeskühler Kathederweisheit unerheblich. Wichtiger ist, daß hier unter konventioneller Maske revolutionäre und provozierende Gedanken in Gedicht gestaltet sind, die weit aus der Zukunft zu uns sprechen. Fritsche selbst schrieb einleitend zu seinem 5. gedruckten Gedichtband „Mandragora“ Ende 1932:
„Die Gedichte …, Ergebnis einiger am Saum des Vorhangs verbrachter Lebensjahre, wollen deuten und bürgen, nie unterhalten. Wer in ihnen versteckt einen Lehrgang der Magie zu suchen bemüht ist, dürfte eher auf seine Kosten kommen, als wer in ihren Symbolen ästhetische Hilfsmittel sieht …“
Berlin, den 14.6.1967
John Uhl